Die Stephanuskirche in Unterliederbach

Standort in Unterliederbach: Liederbacher Str. 36b

Umbau und Neubau der Stephanuskirche im Jahr 2002


Im Rahmen der Umstrukturierungsmaßnahmen der ev. Kirche ergab sich die Aufgabe, die in den 60er Jahren erbaute Stephanuskirche durch weitere Gemeinderäume zu erweitern, um dadurch Teile des Gemeindezentrums in der Wartburgstraße aufgeben zu können. Neben der Erweiterung sollten dabei Funktionsabläufe und Raumfolgen in der Stephanuskirche optimiert werden.
Durch Umbau und Neubau entstanden dabei ein neues Foyer, zwei Gruppenräume, neue Sanitärräume und eine Küche.

Das Planungskonzept sah neben einigen Veränderungen im Innern als markantes Zeichen der Erweiterung einen neuen Portalbau vor. Dieser Portalbau entwickelt das plastische Solitärensemble, bestehend  aus Kirchenbau und Turm, als drittes Element weiter, ohne die authentische 60er-Jahre-Athmosphäre aufzugeben.

Neben dieser plastischen Integration assoziiert das bildnerische Konzept des Portalbaus den Begriff des Öffnens.
Der Baukörper erweist sich als geöffnete Schachtel mit Inhalt. Er wird durch die einheitliche beige Farbe erkennbar, die Aufklappung und Zerlegung dieser Schachtel wird nachvollziehbar.

Im Innern werden verschiedene, farblich unterschiedene Raumelemente ablesbar, die die jeweiligen Funktionsbereiche wie Foyer, Treppe, Gemeindebüro und Gruppenraum gliedern. Das Gesamtvolumen des Portalbaus ist dabei im Innern an jedem Standort erlebbar. Alle Materialien sind auf die bestehende Materialität und Farbstimmung der Kirche abgestimmt. Die Transparenz zwischen altem Foyer, neuem Foyer und Kirchraum wird durch großzügige Verglasungen zwischen den einzelnen Bereichen erlebt.

Das Projekt bzw. das Planungskonzept bis hin zu Farb- und Materialentscheidungen wurde gemeinsam mit der Gemeinde und dabei insbesondere mit dem Bauausschuss mit sehr hoher Akzeptanz entwickelt und abgestimmt.

Nach einer kompakten Planungsphase und einer erheblichen Verzögerung durch einen notwendigen und erfreulichen Grundstückskauf der Wiese vor der Kirche konnte mit dem Bau im März 2001 begonnen werden.
Trotz verschiedener unvorhergesehener Probleme wie Firmenkonkurse, Umbauüberraschungen und eines sehr kalten Winters konnte das Gebäude im April 2002 fertiggestellt werden.