Ein Bericht von der Orgeleinweihung am 18. März 2012

Am Sonntagabend um 18:00 Uhr des 18. März verklingt der letzte Glockenton. Es herrscht gespannte Stille in der voll besetzten Stephanuskirche. Wie wird sie klingen, unsere neue Orgel? Hat sich das lange Warten gelohnt? Wie werden die 33 Register klingen? Wird nichts quietschen, scheppern oder hängen bleiben? Das sind die Gedanken, die sicherlich nicht nur mir, sondern Vielen durch den Kopf schießen. Zwei Mitarbeiter des Orgelbauers Fischer und Krämer sitzen in Hab Acht Stellung neben dem Chor auf der Empore um jederzeit einzugreifen. Sie werden es nicht müssen. Machtvoll füllt ihr Werk den Raum. Hartmut Keding lässt im Laufe des Gottesdienstes erahnen, was in ihr steckt. Quer durch die Jahrhunderte der Musikgeschichte von zart und leise bis donnernd und mächtig hat er Stücke zusammengestellt. Das Zusammenspiel mit Christa Keding an der Flöte ist wunderbar, hier bewährt sich zum ersten Mal der neue vorgezogene Spieltisch. Für den Chor ist das Dirigat vom Spieltisch noch etwas ungewohnt, aber ja, es klappt hervorragend. Fischer und Krämer haben gehalten, was sie versprochen haben. Eine Orgel, die in die Stephanuskirche und zur Gemeinde passt. Genau wie unsere Gemeinde und die Kirche zeigt sie sich vielfältig und wandelbar in den Klangfarben, hat die Kraft den Raum zu füllen, beherrscht auch die feinen, leisen Töne und macht den Eindruck einer soliden, unprätentiösen  Arbeiterin. Pfarrerin Monika Kunz bringt es in ihrer Predigt auf den Punkt. Die vielen Monate ohne Orgel, die vielen zusätzlichen Sitzungen und Arbeitsstunden von vielen Menschen und nicht zuletzt die große Investition sind es wert. Ja, es hat sich gelohnt. Wenn das kein gebührender Anlass für eine Stunde der Feier und des Dankes ist. Sicher, die Orgel ist noch lange nicht bezahlt, von den € 360.000,- Gesamtkosten sind gut € 85.000,- zusammen, den vielen Spendern sei Dank. Und gefeiert wurde sie dann, die neue Fischer und Krämer Orgel. Nach ein paar erfrischenden, kurzen Grußworten bogen sich die Tische unter den Lasten.

Man kann es nicht anders sagen, der Festausschuss, Frauenhilfe, Kantorei und viele ungenannte Helfer haben sich mal wieder übertroffen, um der Orgel und den zahlreichen Gästen von nah und fern einen angemessenen Empfang zu bereiten.

Und wie geht es weiter? Unser Kantor will jetzt erstmal sein neues Instrument richtig kennenlernen und einspielen. Danach können wir uns auf einen bunten musikalischen Reigen mit und um die Orgel freuen.

Andreas Russow